So, erste Fakten liegen vor. Für Schnellleser: das Fettgedruckte reicht.
Es geht um diese 30000mAh USB Powerbank.
Sie hat 2 USB-Buchsen, eine gekennzeichnet mit 2,1A, die andere mit 1A.
An beiden Buchsen kann man maximal 2,4A Strom entnehmen, darüber schaltet das Gerät ab. Die Ausgangsspannung ist dabei mit 4,8V noch im Rahmen. Gleichzeitige Stromentnahme an beiden Buchsen nicht getestet.
Wenn die Stromentnahme unter 15mA fällt, schaltet es nach einigen Sekunden ebenfalls ab.
Das sieht schon mal ganz gut aus.
Kommen wir zur
Kapazitätsmessung. Angegeben sind sagenhafte 30Ah. Dass das nicht stimmen kann, habe ich weiter oben schon geschrieben. Selbst wenn man es nicht auf an 5V entnehmbare Ladung, sondern auf interne Akkukapazität bezieht.
Erst mal laden: es zieht maximal 1,1A Ladestrom am Micro-USB Eingang. Bei unter 5,0V sinkender Eingangsspannung geht die Stromaufnahme zurück, man kann es also auch an schwächlichen Netzteilen laden, dauert dann halt länger.
Geht man von tatsächlichen 30Ah interner Akkukapazität aus, würde das Laden mit maximalem Strom ca. 24h dauern, je nach Wirkungsgrad des Ladereglers.
Nach nur 3 Stunden meldet es "voll" und schaltet ab. Naja, vielleicht wurde es schon fast voll angeliefert. Allerdings hatte es beim ersten Einschalten mit 2 von 4 LEDs den Ladestand "halb voll" signalisiert. Also Ladestecker raus und wieder rein: es lädt nochmal 1 Minute lang und meldet dann wieder "voll", alle 4 LEDs leuchten.
Also gut: Ausgang "2,1A" an die elektronische Last, Stromentnahme auf 2,0A eingestellt, und LOS! Das sollte jetzt theoretisch 10 Stunden (=20Ah) oder länger laufen.
Ab und zu mal einen Blick rübergeworfen. Ups, nach 20 Min fällt mir auf, dass nur noch 1 LED von 4 dauerleuchtet, die 2. blinkt. Kapazitätsanzeige funktioniert also wohl nicht so recht. Schon halb leer kann ja nicht sein.
Nach 1h 20 min schaltet das Gerät ab (die elektronische Last in Folge auch). Das sind gerade mal 2,67Ah entnommene Ladung, oder 12,8Wh (bei 4,8V). LEDs leuchten noch, könnte wg. Übertemperatur gewesen sein. Der Ausgang eiert ohne Last zwischen 1-2V herum.
Nach 2 Minuten lässt es sich wieder starten, also weiter geht's mit 2A. Diesmal 13 Minuten bis zur Abschaltung. Insgesamt 3,1Ah entnommen. Gleiche Symptomatik wie vorher. Nach 2 Minuten geht es wieder.
Versuchen wir es mit weniger Strom: 1,5A. Scheint zu klappen, nach 45 Min (gesamt: 4,23Ah) werde ich mutig, stelle das Gerät hochkant, damit es auf beiden Seiten gekühlt wird, und drehe wieder auf 2A hoch. 37 Minuten später, die letzen 20 davon hat nur noch 1 LED geblinkt, schaltet es wieder ab. Diesmal aber richtig, es lässt sich nicht mehr einschalten, alles dunkel, und auch der Ausgang ist bei 0,0V. Scheint also wirklich die Unterspannungsabschaltung zu sein.
In Summe entnommene Ladung: 5,46Ah bzw. Energie: 26Wh (bei 4,8V). Und das auch nur mit Ach und Krach.
Durch kurzes "Anladen" ließ es sich wieder aktivieren, Ladestandsanzeige: 1 LED.
Also nochmal gestartet mit 1,5A. Läuft 9 Min 25 Sek, also 235mAh, bis zur erneuten Selbstabschaltung. Ist also echt leer.
Mit großzügiger Rundung und viel gutem Willen kann man diesem Exemplar bei 2A Laststrom ganze 6Ah nutzbare Kapazität attestieren. Selbst sehr großzügig umgerechnet auf interne Akkukapazität mit 3,6V Nennspannung und 85% Wandlerwirkungsgrad kommt man nur auf knapp 10Ah.
30Ah sind versprochen.
Möge sich jeder selbst sein Urteil bilden.
Im Moment wird es wieder geladen. Morgen teste ich noch, wieviel man mit 1A Laststrom entnehmen kann. Rein spaßeshalber.
Dann kriegt der Verkäufer eine Mail mit den Messwerten. Bin gespannt, ob ich nur "ein defektes Exemplar erwischt" habe und Ersatz kriege, oder ob es einfach das Geld zurück gibt.
Apropos Geld: mein getestetes Exemplar hat 3x so viel gekostet wie das von MetalDeep in Beitrag #4 verlinkte, welches auf dem Foto haargenau gleich aussieht. Vielleicht wäre das Billigere ja besser gewesen...